ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion)

ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion)

Diese Technik hat, insbesondere in Fällen bei denen die Ursache für Unfruchtbarkeit männlichen Ursprungs ist, sehr an Bedeutung gewonnen, da sie eine Befruchtungsrate der Eizellen von mehr als 90% erlaubt.

Indikation
ICSI wird durchgeführt, wenn:

  • eine geringe Anzahl von Spermien mit normaler Morphologie und Mobilität vorliegt.
  • es Probleme beim Eindringen und Verschmelzen der Spermien mit der Eizelle gibt.
  • wenn klassische IVF erfolglos ist.
  • wenn Sperma-Antikörper vorliegen, die eine Befruchtung verhindern.
  • wenn die Akrosomenreaktion der Spermien gestört ist.
  • wenn die Anzahl der Eizellen gering ist.
  • wenn ein großer Teil der Spermien abnorm geformt oder unbeweglich ist

Vorgehensweise

Stimulation der Eierstöcke:
Zunächst werden die männlichen und weiblichen Samenzellen gewonnen.
Um eine große Anzahl von Eizellen zu erhalten werden Eierstöcke mit Medikamenten stimuliert. Dies wird in dem Abschnitt über die Stimulation der Eierstöcke beschrieben. In Ausnahmefällen kann dieser exogenen Stimulus zu einer übertriebenen Reaktion der Eierstöcke führen, einem Hyperstimulationssyndrom, was nicht wünschenswert ist und in den meisten Fällen vermieden werden kann.

 

Follikelpunktion:
Die Eizellen werden durch eine ultraschallgeführte Punktion gewonnen. Dies wird unter einer kurzen Narkose durchgeführt und dauert ca. 15-20 Minuten. Die möglichen Komplikationen dieses Eingriffs sind sehr gering und selten.

Arbeitsschritte im Labor:
Tag 0
Die aus der Follikelflüssigkeit gewonnenen Eizellen werden von den Zellen, die sie umgeben (sogenannte Kumuluszellen) befreit, um die Qualität und den Reifegrad der Eizellen beurteilen zu können. Es werden nur reife Eizellen (Metaphase II) mit einem Spermium injiziert.
Die unreifen Eizellen werden im Labor zur weiteren Reifung behandelt, wobei unter anderem Techniken verwendet werden, die in der eigenen Forschung unseres Labors entwickelt wurden.
Nachdem die Samenprobe des Mannes gewonnen wurde, wird sie im Labor für eine nachfolgende Injektion eines Spermiums von höchster Qualität in jede Eizelle (ICSI) aufbereitet. Es wird ein Spermium pro Eizelle injiziert.
Die dafür verwendete Technik basiert auf einem inversen Mikroskop, mit einer Mikromanipulationseinheit und einer Optik, die es ermöglicht Spermien bis zu 6.600 mal vergrößert zu untersuchen (IMSI). Zur Injektion eines so ausgewählten Spermiums wird die Eizelle mit einer Mikropipette fixiert, während das Spermium injiziert wird.
Diese Arbeitsschritte werden mit dem Wissen und Einverständnis des Paares vorgenommen. Für jede Technik stehen Informations- und Einwilligungsblätter zur Verfügung.

Tag 1
Der Erfolg der Befruchtung wird 24 Stunden nach der Follikelpunktion beurteilt, dann wird das Paar über die Anzahl der befruchteten Eizellen (Zygoten) informiert.
Allerdings ist diese Zahl nur ein erster Hinweis auf die Zahl der Präembryonen, die für einen Transfer, der 24 oder 48 Stunden später stattfindet, zur Verfügung stehen, da es möglich ist, dass nicht alle Zygoten das Stadium des Präembryos erreichen.

Tag 2 / Tag 3 (Transfer)
Die lebensfähigen Präembryonen werden 48 bis 72 Stunden nach der Follikelpunktion in den Uterus der Patientin übertragenen, damit sie ihre Entwicklung natürlich fortsetzen.
Es ist klinisch erwiesen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nach dem Transfer von drei Präembryonen bei dem gleichzeitig geringsten Risiko von Mehrlingsschwangerschaften bei dieser Zahl am höchsten ist.
In unserem Zentrum werden in der Regel zwischen 1 und 3 Embryonen transferiert. Bei der Entscheidung über die Anzahl müssen verschiedene Faktoren wie das Alter der Patienten, die Qualität der Embryonen, die Qualität der Gebärmutter, mögliche Nebendiagnosen und Risiken, sowie die Wünsche des Paares berücksichtigt werden.

Kryokonservierung der Embryonen:
Die Präembryonen, die nicht übertragen werden, werden kryokonserviert (gefroren), wobei für diesen Fall ein Informationsblatt vorliegt und die Zustimmung des Paares erforderlich ist. Im Fall der Kryokonservierung gehören die eingefrorenen Embryonen dem Paar für einen Zeitraum von 5 Jahren. Am Ende dieses Zeitraums gehen sie, wenn das Paar kein Interesse an den Präembryonen zum Ausdruck bringt, in das Eigentum des Kinderwunschzentrums über und können so Teil des Embryonenspende-Protokolls werden.

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